Mücke mit Tücke#
Kaum waren wir zwei Tage in Kamerun angekommen, klagt eines der Kinder über Kopfschmerzen und Übelkeit. Erstmal nichts allzu Ungewöhnliches. Eine Lehrerin macht sie dann auf eine gelbliche Färnung ihrer Augen aufmerksam und empfahl, dass sie sich untersuchen lassen solle. Gesagt, getan: Der Familienarzt des Vertrauens - genannt Doc - kommt am Abend zum Hausbesuch vorbei und unter großem Getöse wird eine Blutprobe entnommen. Es besteht die Angst, dass es auch Tuberkulose sein könnte. Doch wenige Tage später, als Doc die Ergbenisse aus dem Labor bringt, großes Aufatmen: Nur Typhus und Malaria.
Die anderen Kinder lassen nicht lange auf sich warten. Mal klagt der eine über Kopfschmerzen, mal die andere über Müdigkeit. Bei einem nach dem anderen wird schließlich Malaria diagnostiziert. Vielleicht weil die Ansteckung im gleichen Zimmer doch deutlich wahrscheinlicher ist.

Große Aufregung schien Malaria hier nicht zu verursachen – meistens zumindest. Eines Morgens jedoch wurde eines der Kinder nicht mehr richtig wach. Mit viel Mühe ließ er sich kurz wecken, sackte aber sofort wieder mit nach hinten rollenden Augen bewusstlos zusammen. In den wachen Momenten, war der sonst lebhafte Junge völlig apathisch. Da er am Vortag beim Spielen ausgerutscht und auf den Hinterkopf gefallen war, war die Frage ob es doch ggf. etwas damit zu tun haben könnte. Kurze Zeit später war Doc zu Stelle und konnte den Verdacht schnell ausräumen: Diese Symptome sind wohl typisch bei fortgeschrittener Malaria und waren der Familie nicht bekannt. Zur Sicherheit wurde der Junge im Krankenhaus untersucht und die Einschätzung des Hausartzes erwies sich als bestätigt.
Die gute Nachricht: die Behandlung von Malaria ist hier Alltagsgeschäft. Allen Kindern wurde über vier Tage spezifische Antibiotika (mit weiteren Zusätzen wie z.B. Vitaminen) intravenös verabreicht. Zur Nachbehandlung dann noch einige Tage Antibiotika-Tabletten… und das war’s! Die Kinder gingen währenddessen weiter ihrem normalem Alltag nach.

Da alle Kindern nach und nach behandelt wurden war Doc jeden Tag morgens und abends bei uns zu Gast. Und wir? Wir sind bisher tatsächlich verschont geblieben! Abgesehen von einer kleinen Erkältung und etwas Mageneinruckeln am Anfang unseres hiesigen Aufenthaltes turnen wir hier munter rum.
Infusionen#
Außerhalb von Malaria war Doc noch ein paar weitere Male hier, einmal hatte der Vater erkältungähnliche Symptome, ein anderes Mal hatte der Kreislauf eines der Kinder beim Sport ohne Trinken und Essen am Morgen aufgegeben. Jedes Mal gab es intravenös Medikamente. Das scheint hier üblich zu sein, denn auch ein Kollege bei HoH hatte für eine - scheinbar nicht weiter erwähnenswerte - Krankheit eine Infusionsnadel im Arm.
Dies war für uns etwas neu, da wir Infusionen mit Krankenhaus verbinden. Auf Nachfrage erklärte Doc uns, das dies an der Qualität der verfügbaren Medikamente liegt.
Ein einmadiger Tag#
Noch einmal zurück zum Tag, an dem der Junge ins Krankenhaus musste. Perfekt, um diesen creepy Tag abzurunden, entdeckten wir an diesem Abend in Felix’ Bein einen kleinen ungebetenen Gast. Hatte es ihn die vergangen Tage in der Kniekehle bereits vermehrt gezwickt, machten wir uns am Abend ans Werk eine eiternde, geschwollene Rötung (ähnlich einem Mückenstich) zu operieren. Erwartung: Spreißel. Umso größer die Überraschung, als wir beim Aufschneiden auf ein kleines, sich bewegendes, würmchenartiges, fröhlich vor sich hinkriechendes Lebewesen stießen. Mmmhhh…

Zusammen mit einer nun einige Tage anhaltender Verstopfung - wie wir an diesem Tag herausfanden, ebenfalls ein Malariasymptopm - war uns an diesem Tag beim ins Bett gehen dann doch ein wenig mulmig zumute… Disclosure: Es blieb aber auch das einzige Mal. : )



